2010-03-08 05:00
Der folgende Gastbeitrag stammt von Malte Pietschmann (Twitter В Flickr). Malte studiert derzeit Medienmanagement, fotografiert und interessiert sich hauptsдchlich fьr Reportage- und Modefotografie. Durch das Internet ist Fotografie heute omniprдsent und so sind wir tagtдglich von unglaublich schцnen und eindrucksvollen Fotos umgeben. Neben all der Bewunderung fьr die Fotografen, die hinter eben jenen faszinierenden Bildern stecken, steht oft vor allem eines: die eigene Unzufriedenheit. Zeit fьr eine Perspektivkorrektur. Die digitale Revolution als Ausgangspunkt der Flickr-Bewegung Die Fotografie ist heute so prдsent wie nie zu vor. Im direkten Vergleich von damals zu heute war man als Hobbyfotograf noch vor nicht ganz allzu langer Zeit eher die Ausnahme als die Regel. Ein Grund dafьr ist sicherlich die digitale Revolution , die den Zugang zur Fotografie sowohl finanziell, als auch durch das Teilen von fotografischem Wissen online (kwerfeldein.de ist das beste Beispiel dafьr) stark vereinfacht hat. Das Resultat dessen ist die, wie ich sie nenne, Flickr-Bewegung . Heute ist nahezu jeder in unserer Gesellschaft in der Lage Fotos zu schiessen. Sei es nun mit einer Handykamera, mit einer kleinen, kompakten Digitalkamera oder mit einer vollwertigen DSLR. Visual pollution und ihre Folgen Die logische Konsequenz ist, dass wir tдglich mit einer wahren Flut von Bildern konfrontiert werden und die Fotografie im Allgemeinen, zumindest aus meiner Sicht, heute anders, vielleicht sogar weniger, wertgeschдtzt wird als noch in den analogen Zeiten. Zack Arias bezeichnet dieses Phдnomen sehr treffend als visual pollution . Von dieser Warte aus betrachtet ergibt auch ein Problem, das uns selbst ganz persцnlich betrifft: Unser Bedarf nach guten und schцnen Bildern ist heute stдrker gedeckt als je zuvor. Das Internet kennt keine Landesgrenzen und so sind wir in unserem virtuellen Leben tдglich von unglaublich vielen guten Arbeiten umgeben. Flickr Kontakte und Favoriten, facebook Fanseiten, Twitter Follower und Portfolios. Qualitдt. 24/7. Soweit das Auge reicht. Wie oft ertappen wir uns dabei unter unseren Flickr-Kontakten ein gutes Bild anzusehen, das nach einem kurzen und routinierten Scan auf seine AuЯergewцhnlichkeit hin kommentarlos und gleichgьltig weggeklickt wird Warum tun wir das Gerade das permanente Eingedeckt sein mit gutem bis erstklassigen Bildmaterial fьhrt zu einem Abstumpfen, zu einer verschobenen Wahrnehmung. Kommentiert und gebookmarked wird heute oft leider nur noch das AuЯergewцhnliche, das es schafft aus der grauen Masse hervorzustechen. Gut ist das neue Gewцhnlich . Verfдlschte MaЯeinheiten und neue Standards Interessant wird dieses Thema vor allem im Kontext der eigenen Motivation. Was wir frьher als gut empfunden hдtten, wird heute aufgrund der schieren Masse leider oft nur noch als gewцhnlich abgestempelt. Durch diese verschobene Wahrnehmung, in der das einstige sehr gut durch gut ersetzt wird, schaffen wir einen neuen Standard, der unsere...
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